Altenstadt wird KOMPASS-Kommune – Mehr gefühlte Sicherheit

Objektiv lebt man in Altenstadt ziemlich sicher. Dennoch sorgen sich viele Bürger, dass sie Opfer von Straftaten werden können. Mit dem Programm Kompass des hessischen Innenministeriums möchte die Gemeinde zusammen mit der Polizei das Sicherheitsgefühl stärken und Kriminalität vorbeugen.

Fast die Hälfte weniger Straftaten je 100 000 Einwohner als im Bundesdurchschnitt hat das hessische Innenministerium für Altenstadt registriert. Mit dem Programm Kompass (Kommunal Programm Sicherheitssiegel) möchten das Land und die Gemeindegremien erreichen, dass sich die Bürger in Altenstadt auch so sicher fühlen, wie sie objektiv sind, sowie Kriminalität vorbeugen.

Als sichtbares Zeichen übergab Innenminister Roman Poseck m gestrigen Montag ein Schild, das am Rathaus angebracht wird, an Bürgermeister Dominic Imhof. Ein Acrylglasschild mit einem entspannt ruhenden Hessen-Löwen, der in seinen verschränkten Tatzen eine Gemeinde birgt, ist das Symbol des Programms. Imhof berichtete, dass die Gemeindevertretung schon 2020 beschlossen habe, Kompass-Kommune zu

werden. Seit dem wurden zwar Gespräche geführt, zielgerichtete Bemühungen konnten jedoch keine festgestellt werden. Bürgermeister Imhof ist froh, dass man nach seinem Amtsantritt nunmehr doch relativ kurzfristig den ersten Schritt zur KOMPASS-Kommune gehen konnte. Und noch mehr hat es ihn gefreut, dass Staatsminister Poseck persönlich sich Zeit zur Überreichung des Symbolschildes genommen hat.

Dominic Imhof erklärte, dass es bereits seine zweite KOMPASS-Begrüßung sei. In seiner vorherigen Tätigkeit in Bad Soden-Salmünster konnte er bereits in diesem Projekt Erfahrung sammeln. Er lobte, dass die Bürger in die Verbesserung des Sicherheitsgefühls einbezogen würden und zum Beispiel Orte, an denen sie sich unwohl fühlten oder Angst hätten, benennen könnten. Imhof betonte, dass die Gemeinde Altenstadt sich schon länger für mehr Sicherheit einsetze. »Wir waren eine der ersten Kommunen, die den freiwilligen Polizeidienst hatten.«

Der Innenminister stellte fest, dass Hessen mit dem Beitritt Altenstadts zu dem Programmdem Ziel, dass jede zweite Kommune sich daran beteiligen sollte, wieder einen Schritt näher gekommen sei. Von den 421 Städten und Gemeinden seien inzwischen 164 Kompass-Kommunen. Torsten Krückemeier, Polizeipräsident für Mittelhessen, ergänzte, dass die Zahlen für den Bereich seines Präsidiums noch positiver seien. Dort werde das Programm in 42 der 88 Kommunen, in der Wetterau sogar in 15 der 25 Städte und Gemeinden umgesetzt.

»Wir wollen, dass die Menschen hier so sicher wie möglich leben«, erklärte Roman Poseck. Hessen habe 2023 nach Bayern, Baden-Würtemberg und Rheinland-Pfalz die viertniedrigste Kriminalitätsbelastung in der Bundesrepublik gehabt. Die Zahl der Straftaten sei im vergangenen Jahr nach einem Anstieg in den beiden Vorjahren um 2,3 Prozent zurück gegangen. Die Zahlen zeigten, dass man in der Altenstadt und der Wetterau vergleichsweise sicher lebe. Mit weniger als 4 000 Fällen je 100 000 Einwohner (Landesdurchschnitt 6200/100 000 Einwohner, Bundesdurchschnitt: 7 500/100 000) im Jahr 2023 war das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, relativ gering. »Altenstadt ist in einem relativ sicheren Bundesland Hessen nochmal eine sicherere Gemeinde «, betonte Poseck.

Doch bei Kompass gehe es im Wesentlichen nicht um diese objektiven Zahlen. »Das subjektive Sicherheitsgefühl steht im Mittelpunkt.« In Hessen seien inzwischen so viele Polizisten wie nie zuvor im Einsatz. Doch Sicherheit sei eine Gemeinschaftsaufgabe. Deshalb würden bei Kompass möglichst alle Akteure einer Kommune eingebunden, erläuterte Jan Pfeiffer, Leiter der Büdinger Polizeistation, im Gespräch mit dieser Zeitung. Dazu gehörten neben seinen Beamten und der Gemeindeverwaltung auch Bürger und Vereine.

Torsten Krückemeier hob den Mängelmelder als ein weiteres Element des Programms hervor. Mit der Anwendung könnten im Internet Probleme, Gefahrenstellen oder Mängel direkt beschrieben werden. Der Mängelmelder als Teil des Programms sei dabei nicht auf eine Kommune beschränkt, sondern funktioniere in allen teilnehmenden Städten und Gemeinden. Ein Vorteil sei, dass Bürger Mängel nicht nur melden, sondern auch die Bearbeitung der Meldung nachvollziehen könnten.

Der Altenstädter Bürgermeister hob abschließend auch die Bedeutung von Sabine Willwoldt als Schutzfrau vor Ort für das Sicherheitsgefühl der Bürger hervor. Durch ihre Präsenz habe sich die Kriminalitätsprävention in der Gemeinde verbessert. Willwoldt lobte ihrerseits die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung, dem Ordnungsamt und dem Schiedsmann Bodo Winter. »Ich glaube wirklich, das ist ein gutes Konzept«, würdigte Poseck die Arbeit der Schutzleute vor Ort.

Text: Kreis-Anzeiger v. 11.03.2025 mit Ergänzungen der Gemeinde

Bilder: Gemeinde Altenstadt